Ratgeber für den Mittelstand · Stand Oktober 2026

Europäische KI für Unternehmen:
worauf es wirklich ankommt.

„Europäisch“ oder „aus Deutschland“ steht inzwischen auf vielen KI-Angeboten. Gemeint ist oft nur eines von vier Dingen: der Firmensitz, das Rechenzentrum, wer zugreifen kann oder woher das Modell stammt. Für Ihre Firmendaten zählen nicht alle vier gleich.

Vier Fragen hinter dem Wort „europäisch“

01

Wo sitzt der Anbieter?

Ein Firmensitz in Europa ist ein Anfang. Entscheidend ist, wem das Unternehmen gehört. Gehört es zu einem US-Konzern, gilt US-Recht mit.

02

Wo steht das Rechenzentrum?

Ein Server in Frankfurt klingt sicher. Gehört das Rechenzentrum aber Microsoft, Amazon oder Google, ändert der Standort an der nächsten Frage wenig.

03

Wer kann zugreifen?

Der US CLOUD Act verpflichtet US-Unternehmen, Daten auf Anforderung von US-Behörden herauszugeben – auch von Servern in Europa. Das gilt für den Cloud-Betreiber ebenso wie für einen KI-Dienst, an den Ihre Anfrage weitergereicht wird.

04

Woher stammt das Modell?

Läuft das Modell als Dienst seines Herstellers, geht jede Anfrage dorthin. Ein offenes Modell dagegen lädt man herunter und betreibt es selbst. Der Hersteller erfährt dann nichts von Ihren Daten.

Für Ihre Daten zählen vor allem die Fragen 2 und 3: wo verarbeitet wird und wer darauf zugreifen kann.

Drei bekannte Namen, drei verschiedene Antworten

Keine Rangliste und keine Preise. Nur, wie die vier Fragen bei drei oft genannten Anbietern ausfallen. Stand Oktober 2026, nach den verlinkten Quellen.

Anbieter

Was „europäisch“ hier heißt

Mistral AI

Unternehmen aus Paris mit eigenen Modellen, einige davon offen verfügbar. Daten liegen laut Mistral standardmäßig in der EU. Je nach Funktion können sie vorübergehend außerhalb der EU verarbeitet werden.

Quelle: Mistral-Hilfe: Datenspeicherung

Aleph Alpha

Unternehmen aus Heidelberg mit eigener Plattform (PhariaAI). Im September 2026 hat Aleph Alpha den Zusammenschluss mit dem kanadischen Anbieter Cohere unterzeichnet, der Abschluss steht noch aus. Ein Beispiel dafür, dass sich die Antwort auf die erste Frage ändern kann.

Quelle: SiliconANGLE, 16.09.2026 · BetaKit

Langdock

Unternehmen aus Berlin, eine Oberfläche für Modelle verschiedener Hersteller. Betrieben über Microsoft Azure auf Servern in der EU: europäischer Anbieter, Rechenzentrum eines US-Konzerns.

Quelle: langdock.com/security

Fünf Fragen an jeden Anbieter

Die Antworten gehören schriftlich in den Vertrag, nicht nur auf die Website.

  1. 01Wem gehört das Unternehmen – und wem das Rechenzentrum?
  2. 02Geht meine Anfrage an einen weiteren KI-Dienst? Wenn ja, an welchen, und wo steht er?
  3. 03Werden meine Dokumente und Fragen zum Training verwendet? Auch ohne, dass ich widersprechen muss?
  4. 04Welche Unterauftragnehmer gibt es? Die Liste gehört in den AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO.
  5. 05Kann das System auch bei uns im Haus laufen, falls wir das später brauchen?

Wo KnowledgePilot steht

Ein Modell „made in Germany“ versprechen wir nicht. Versprechen können wir, wo es läuft und wer darauf zugreift.

Warum das für Kanzleien, Praxen und Pflege mehr ist als Komfort: KI für Berufsgeheimnisträger →

Was die DSGVO darüber hinaus verlangt: Datenschutzkonforme KI →

Anbieter

Companionware AG aus Gera. Alle Dienstleister mit Sitz in Deutschland und der EU, kein US-Konzern.

Rechenzentrum

Hetzner in Deutschland, die KI auf gemieteter Hardware in Falkenstein (ISO/IEC 27001:2022, BSI-C5-Testat Typ 2). Auf Wunsch auf einem Rechner in Ihrem Betrieb.

Zugriff

Wir betreiben die Modelle selbst. KI-Dienste Dritter nutzen wir nicht. Ihre Dokumente und Fragen trainieren kein Modell. Die Internetsuche ist optional: Suchanfragen gehen dann an Linkup (Frankreich) und werden in der EU verarbeitet.

Modell

Offene Modelle. Sie stammen nicht zwingend aus Europa – wir laden sie herunter und betreiben sie selbst. Ihre Anfragen gehen nicht an den Hersteller.

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Persönliche Antwort, meist am selben Werktag

Kurz beantwortet

Gibt es eine deutsche KI?

Es gibt deutsche Anbieter und Rechenzentren in Deutschland. Große Sprachmodelle, die vollständig in Deutschland entwickelt wurden, sind selten. Für Ihre Daten zählt weniger, wer ein Modell entwickelt hat, als wo es läuft und wer darauf zugreifen kann.

Ist eine KI DSGVO-konform, wenn der Server in der EU steht?

Nicht automatisch. Der Serverstandort ist eine Voraussetzung. Dazu kommen ein AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO, eine Liste der Unterauftragnehmer und die Frage, ob ein US-Unternehmen Zugriff auf die Daten hat.

Was ist ein offenes Modell?

Ein Sprachmodell, das der Hersteller zum Herunterladen freigibt. Man kann es auf eigener Hardware betreiben, ohne Verbindung zum Hersteller. Anfragen und Dokumente bleiben dort, wo das Modell läuft.

Sind ChatGPT und Microsoft Copilot mit EU-Rechenzentrum europäisch?

Die Verarbeitung kann in der EU stattfinden, der Anbieter bleibt aber ein US-Konzern und unterliegt dem CLOUD Act. Für Berufsgeheimnisträger wie Kanzleien und Praxen ist das eine Rechtsfrage, keine Komfortfrage.

Preise und Pläne: Preisübersicht · weitere Antworten: FAQ

Peter Schubert

Peter Schubert

Entwickelt KnowledgePilot · Vorstand Companionware AG

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